Winona Ryder
Blumenkind mit Charisma
Die am 29. Oktober 1971 in Winona, US-Bundesstaat
Minnesota (daher ihr Vorname), geborene Winona Laura Horowitz scheint es
gruselig zu mögen. Nachdem sich die rehäugige Schauspielerin bereits in
"Bram Stoker's Dracula" mit den Mächten der Finsternis anlegt, rückt sie
kurz vor ihrem 30. Geburtstag den Abgesandten der Hölle erneut auf den Pelz:
als Exorzistin im düsteren Okkult-Schocker "Lost Souls - Verlorene Seelen".

Ob zu Beginn ihrer Karriere in der effektgeladenen Grusel- Komödie "Beetlejuice"
oder in Janusz Kaminskis filmgewordenem Albtraum "Lost Souls" - aus ihrer
Vorliebe für mysteriöse Stoffe macht Winona Ryder kein Hehl (Ryder übriges
deshalb, weil ihr Vater gerade Musik von Mitch Ryder hörte, als das
Filmstudio anrief und wissen wollte, welcher Künstlername ihr denn gefallen
würde). In die Wiege gelegt bekommt sie dieses Faible aber nicht.
Schließlich erlebt die Aktrice als Tochter intellektueller Hippie-Eltern die
Flower-Power-Zeit in vollen Zügen. Aufgewachsen in einer Hippiekommune und
im ständigen Kontakt zu Patenonkel und Drogenguru Timothy Leary, entwickelt
sie früh Interesse für die Schauspielerei und nimmt noch jung eine seriöse
Bühnenausbildung in Angriff - an der renommierten American Conservatory
Theatre School in San Francisco.
Dort werden Filmemacher auf das fragile Mädchen mit den tiefbraunen Augen
aufmerksam und besetzen sie 1986 erstmals im Highschool-Drama "Lucas". Weil
sie glaubt, beim Casting bessere Chancen zu haben, färbt sie sich ihre
blonden Haare schwarz. Die Rechnung geht auf, und die Haarfarbe bleibt - bis
heute. Nach Tim Burtons Fantasy-Gruselkomödie "Beetlejuice" steht Winona
neben Pop-Queen Cher für das einfühlsame Teenager-Porträt "Meerjungfrauen
küssen besser" vor der Kamera. Dass mehr in ihr steckt als die verletzliche
Kleine mit dem süßen Lächeln, zeigt Ryder in "Das Geisterhaus" oder Martin
Scorseses "Zeit der Unschuld". Als starke Frauenpersönlichkeit beeindruckt
sie darin Kritiker und Publikum gleichermaßen.
Der verdiente Lohn für so viel Charisma und Ausdrucksstärke: 1994 ein Golden
Globe und eine Oscar-Nominierung (jeweils Beste Nebendarstellerin) für "Zeit
der Unschuld" und ein Jahr später eine Oscar-Nominierung (Beste
Hauptdarstellerin) für "Betty und ihre Schwestern".
Ihre ganze Vielfalt stellt die Jung-Darstellerin allerdings erst in den
folgenden Jahren unter Beweis. Da brilliert sie sowohl als Objekt der
Vampir-Begierde in "Bram Stoker's Dracula" als auch an Sigourney Weavers
Seite im vierten Teil der Science Fiction- Metzelei "Alien" sowie im
Psycho-Drama "Durchgeknallt" (das sie produziert und das Angelina Jolie den
Oscar als Beste Nebendarstellerin einbringt). Nach einem Ausflug in
romantische Gefilde an der Seite von Richard Gere ("Es begann im
September"), wird der brünetten Darstellerin 2000 eine ganz besondere Ehre
zuteil: Nach Robert Redford, Jane Fonda und Mel Gibson bekommt auch Winona
Ryder einen Stern auf dem Walk Of Fame.
2001 ist ein wenig produktives Jahr für die Schauspielerin. Grund dafür
ist ein Magenleiden, das im August so stark wird, dass sie in einem Londoner
Krankenhaus behandelt werden und die Rolle in "Lily And The Secret Planting"
abgeben muss. In Ben Stillers "Zoolander", einer Satire auf die
Modeindustrie, hat Winona einen kurzen Auftritt als sie selbst.
Aktuell sie in "Mr. Deeds" zusehen, dem Comedy-Remake, in dem ein
Kleinstädter (Adam Sandler) ein Medienimperium erbt.
Projekte: "Simone" steht unter dem Motto "an actress goes digital":
Produzent Al Pacino läuft die sicher geglaubte Hauptdarstellerin davon.
Kurzerhand hilft er sich mit einem Star aus der Konserve: Winona Ryder als
digital zum Leben erweckte Filmdarstellerin, die vom Publikum als realer
Superstar angenommen und gefeiert wird.
Privat: Erst lässt sich Schauspielkollege Johnny Depp "Winona forever" auf
den Bizeps tätowieren, dann erliegt Frauenschwarm Matt Damon ihren Reizen.
Die beiden verloben sich sogar - doch im Sommer 2000 folgt die Trennung.
Zuletzt ist Winona häufig mit Rock-Sänger Beck gesehen worden - so auch im
Sommer 2001 in Irland. Angeblich war es ein Liebesurlaub. Kurz vor
Weihnachten 2001 macht Winona dann Schlagzeilen als Ladendiebin: In einem
Nobelkaufhaus in L.A. wird sie mit nicht bezahlter Ware und
verschreibungspflichtigen Medikamenten erwischt, für die sie jedoch kein
Rezept hat. Sie habe nur für eine neue Rolle geübt, entschuldigt Ryder ihren
Fauxpas.
